Landschaftsarchitektur Panse aus Bautzen - Objektplanung, Landschafts- und Umweltplanung sowie Flächennutzungs- und Bebauungsplanung
Allgemein Polenzpark Cunewalde feierlich wiedereröffnet

Die Hochwasserereignisse 2010 und 2013 hinterließen im Polenzpark Cunewalde starke Schäden an den Wegen, Teichen, Durchlässen und Regulationseinrichtungen. Die Behebung dieser Schäden und zusätzliche hochwasservorbeugende Maßnahmen sollten ab 2015 ausgeführt werden. Unser Büro plante in diesem Zusammenhang die Wiederherstellung der Parkwege, Steindecker und Wiesen sowie die Ausformung des Gehölzbestands nach denkmalpflegerischen Forderungen, damit  die Besucher auch künftig  diese Parkanlage genießen und sich in ihr erholen können.

Schauen Sie sich doch einmal diese kleine ländliche Gartenanlage an. Wir und die Gemeinde Cunewalde freuen uns auf Sie.

Hier ein Einblick in die spannende, ereignisreiche Geschichte des Polenzparks:

In Obercunewalde ließ Carl Gottlob von Ziegler und Klipphausen 1702 das Wohnhaus des Gutshofes als Schlösschen umbauen und über den Wassergraben eine zweibogige Steinbrücke errichten. Sie führte zu einer bereits vor 1700 gepflanzten „Drei-Etagen- Linde“, deren untere Ebene auf Steinsäulen ruhte und mit Dielen ausgelegt war auf denen man tafeln und tanzen konnte.

Im Laufe der Zeit wurden die Verteidigungsanlagen um den Gutshof bedeutungslos. Daher ließ man bis 1780 die Wälle einebnen, wobei der nördliche Wallbereich als „Promenade“ weiter genutzt wurde.

In der Folgezeit gab es fortwährend Veränderungen an Bauwerken und anderen Einrichtungen des Gutshofes.

Nach einem Großbrand 1877 organisierte von Polenz das Gelände komplett neu. Er ließ den neuen Gutshof nordöstlich des Schlosses errichten und an Stelle des früheren  einen Park unter Anleitung des Hofrats und Königlich-Sächsischen Obergartendirektors J. C. Friedrich Bouche´ anlegen. Um 1880 entstand ein landschaftlicher Garten mit verzweigtem Wegesystem, Ziergehölzen, Schmuckbeeten und Sitzplätzen. Der „Untergarten“ und die Überreste der Wehranlagen nördlich und westlich des Schlosses – die sogenannte Schanze – wurden in die Gestaltung  einbezogen und durch zwei neue Teiche – den Insel- und den Schleienteich – ergänzt.

Bereits in den Jahren zuvor wurden zwischen den Resten der Doppelwälle durch Anstauen der Wassergräben Teiche geschaffen. Nachdem man 1798 den Großen Mühlteich angelegt hatte, kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Kleine Mühlteich, die Brückenteiche, das Schwarze Meer und der Bornteich hinzu. Vermutlich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand unter Justus von Polenz der Schanzenteich, der der Forellenzucht dienen sollte.

Die Teichkette umschließt den Polenzpark an drei Seiten und ist heute das prägende Merkmal des Parks.

Wasser ist nach Friedrich Ludwig Skell die Seele eines Gartens. Es ist ein wichtiges Gestaltungselement und bereichert in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen Gärten und Parks. Unabhängig vom Gartentyp und der Stilepoche ist Wasser stets mit einer  Botschaft verknüpft.

So war der Barockgarten eine gigantische Inszenierung und Ort mondäner Veranstaltungen der höfischen Gesellschaft, der die Macht und den Wohlstand des absolutistischen Herrschers verdeutlichte. Wasser, ob als Brunnen, Spiegelweiher oder Wasserkanal, diente repräsentativer Pracht und der Zurschaustellung der Herrschaft über die gebändigte Natur.

In einer spannenden Abfolge vielfältiger landschaftlicher Szenerien werden besondere Stimmungen und Eindrücke erzeugt, auch mit Hilfe des  Gestaltungelements Wasser. Im Polenzpark ergeben sich durch das geschickte Einfügen der Teichkette in das Gelände und die verschiedenen Größen und Konturen der einzelnen Teiche kleinteilige Parkräume. Die Erscheinungsformen der Ufer variieren von sanften Rasenböschungen bis hin zu steilen Natursteinmauern.

Die vielfältigen Vegetationsstrukturen an den Teichrändern – mal sind es malerische alte Eichen oder Buchen, mal Baum- und Strauchgruppen oder niedrige Bodendecker – verleihen dem Landschaftsbild einen besonderen Reiz. Der Wechsel von dicht bewachsenen und offenen Partien bietet abwechslungsreiche Spiegelungen im Wasser.

Nach dem Krieg verwilderte die Gutanlage allmählich. Der gravierendste Einschnitt war der Abriss des Schlosses 1948/49, wodurch der Park seinen gestalterischen Bezugspunkt verlor.

Um 1960 ließ man Teile des Inselteiches für den Bau von Schweineställen zuschütten. Schließlich brach im Dezember 1991 die Drei-Etagen-Linde durch Windeinwirkung.

Ab 1986 kümmerten sich Ehrenamtliche um den Erhalt des Parks. Die Drei-Etagen-Linde wurde nachgepflanzt, die Ställe abgerissen und an deren Stelle 2000 das Schützenvereinshaus mit Schießanlage errichtet. Das sollte weitergeführt werden.

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